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Algorithmus oder Mensch – Wer bestimmt?

„Mit der Digitalisierung der Arbeitswelt stehen auch Gewerkschaften vor neuen Herausforderungen. Wer glaubt, dass die Technik allein, nur weil sie Technik ist, die gesellschaftliche Entwicklung bestimmt, unterliegt einem Irrglauben. Auch Freiheiten und Vorteile für alle kommen nicht automatisch daher“, so Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der linken Landtagsfraktion in Thüringen, anlässlich der heutigen Betriebs- und Personalrätekonferenz der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag „Arbeit 4.0 – Herausforderungen im digitalen Wandel“.

„In diesem Kontext müssen die Mitbestimmungsrechte auch in der Betriebsverfassung novelliert und Gewerkschaften gestärkt werden. Dies gelingt u.a. dadurch, dass Angriffen auf Betriebs- und Personalräte notwendig harte juristische Konsequenzen folgen. Leider gibt es dazu im Personalvertretungsrecht in Thüringen noch keine rechtliche Handhabe. Zudem werden die in der Betriebsverfassung vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten durch die Betroffenen zu wenig genutzt“, so der Abgeordnete weiter.

Im Erfurter Rathaus referierte er am Nachmittag zu den Handlungsmöglichkeiten für Interessenvertretungen in Betrieben und Gewerkschaften. Zu Beginn seines Vortrages stellte Kräuter klar, dass nicht nur die Herausforderungen für betriebliche Interessenvertretungen, Gewerkschaften und Politik im Mittelpunkt der Debatte stehen dürfen. Gleichermaßen muss das auch für die Beschäftigten und deren Gewerkschaften und Interessenvertretungen im öffentlichen Dienst gelten. Alle Beschäftigten sind von den Herausforderungen der Digitalisierung betroffen, unabhängig davon, in welchem Beschäftigungsverhältnis sie stehen.“

Im Zusammenhang mit der Thematik der Digitalisierung kritisierte Kräuter das lückenlose Kontrollregime, das bereits in Teilen der digitalen Arbeitswelt Einzug gehalten hat.

Dazu der Gewerkschaftspolitiker:

„Die Menschen brauchen größere Mitbestimmungsmöglichkeiten in all ihren Lebensbereichen – vor allem in der Arbeitswelt, aber auch im privaten Umfeld. Bei allen Herausforderungen von „Arbeit und Gesellschaft 4.0“ muss diese Mitbestimmung das zentrale Anliegen sein. Es ist unabdingbar, die Beschäftigten während des Wandels in jedem Prozessschritt einzubeziehen.“ Dafür hat die Politik geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Alle Gewerkschaften müssen in Teilen andere, auch neue Wege gehen, um gerade in der Arbeitswelt in Fragen der Digitalisierung nicht ausgegrenzt zu werden.

Es geht dabei nicht nur um reine faktische Mitbestimmungsfragen. Es geht insbesondere um die damit im Zusammenhang stehenden gesellschaftlichen, rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen. Dialog und Auseinandersetzung mit der Gesellschaft müssen fester Bestandteil dieses Prozesses werden.


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